Pinot Grigio und die Weissen aus Südtirol
Pinot Grigio ist der meistgetrunkene italienische Weisswein und stammt ursprünglich aus Burgund, wo er Pinot Gris heisst. In Italien wird er meist früh gelesen und im Stahltank ausgebaut: hellgelb, trocken, mit Birne, grünem Apfel und dezenter Mandelnote. Ein Wein, der wenig verlangt und fast immer passt.
Südtirol bringt durch die Höhenlage und die kühlen Nächte mehr Spannung ins Glas als die grossen Ebenen im Nordosten. Neben Pinot Grigio stehen dort Sauvignon blanc mit Holunder- und Stachelbeernote und Weissburgunder als ruhiger, cremiger Allrounder.
Vermentino, Frascati & Bianchello
Vermentino wächst an der ligurischen Küste in den Colli di Luni und bringt genau das mit, was man dort erwartet: Zitrus, Kräuter und eine salzige Spur. Der klassische Begleiter zu Fisch und Meeresfrüchten. Aus dem Latium kommt Frascati Superiore, leicht und unkompliziert, aus den Marken das Bianchello del Metauro mit feiner Säure.
Diese Weine wollen nicht analysiert werden, sie wollen zum Essen. Zu Fisch und Meeresprodukten, zu Mozzarella oder zu einem Risotto.
Chablis, Albariño und Chasselas
Chablis ist Chardonnay in seiner strengsten Form: auf Kalkmergel mit Muschelfossilien gewachsen, meist ohne neues Holz ausgebaut, straff und mineralisch. Der 1er Cru Montée de Tonnerre gehört zu den bekanntesten Lagen. Von der Loire kommt Sauvignon Blanc mit klarer Kräuterwürze.
Albariño aus dem atlantischen Rias Baixas bringt Salz und Zitrus mit und gilt in Spanien als der Fischwein schlechthin. Und direkt vor der Haustür wächst Chasselas: Yvorne aus dem Chablais und Saint-Saphorin aus dem Lavaux, beide dezent, mineralisch und typisch für die Waadt. Zum Apéro passt daneben immer Schaumwein.
Häufige Fragen zu Weisswein
Was zeichnet Pinot Grigio aus?
Pinot Grigio ist trocken, leicht und unkompliziert, mit Aromen von Birne, grünem Apfel und einer feinen Mandelnote. Meist im Stahltank ausgebaut, bleibt er frisch und klar. Aus Südtirol wirkt er durch die Höhenlage etwas spannungsreicher als aus den grossen Ebenen.
Pinot Grigio oder Pinot Gris – gibt es einen Unterschied?
Es ist dieselbe Rebsorte. Der Name verweist auf den Stil: Pinot Grigio steht meist für die italienische Machart, leicht und frisch. Pinot Gris bezeichnet häufig den vollmundigeren, gelegentlich restsüssen Ausbau, wie man ihn aus dem Elsass kennt.
Was ist Vermentino?
Vermentino ist eine Weissweinsorte von der ligurischen und sardischen Küste. Typisch sind Zitrus, Kräuter und eine salzige Note, die vom maritimen Klima kommt. In den Colli di Luni ergibt sie besonders präzise Weine.
Was macht Chablis besonders?
Chablis ist Chardonnay aus dem nördlichen Burgund, gewachsen auf Kalkmergel mit fossilen Muschelschalen. Er wird meist ohne neues Holz ausgebaut und schmeckt dadurch straff, zitrisch und mineralisch statt buttrig. Premier Cru bezeichnet die besseren Lagen.
Bei welcher Temperatur serviert man Weisswein?
Leichte, frische Weisse bei acht bis zehn Grad, kräftigere und im Holz ausgebaute bei zehn bis zwölf. Zu kalt serviert verschwinden die Aromen. Nehmen Sie die Flasche eher etwas früher aus dem Kühlschrank.
Welcher Weisswein passt zu welchem Essen?
Zu Fisch und Meeresfrüchten ein salziger Vermentino oder Albariño. Zu Risotto und hellem Fleisch ein cremigerer Weissburgunder oder Chardonnay. Zu Antipasti und jungem Käse ein leichter Pinot Grigio. Faustregel: je zarter das Gericht, desto leichter der Wein.